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Zeitgenössische Berichte aus der Umgebung Ober-Hollabrunns über die Kriegsjahre 1805 und 1809. Einleitung


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Zeitgenössische Berichte

aus der Umgebung Oberhollabrunns

über die Kriegsjahre 1805 und 1809.

Von Dr. Johann Grippel. (2. Teil: 36. Jahresbericht, 1906)



Aus dem Gedenkbuche der Pfarre Pulkau.
Das Gedenkbuch der Pfarre Pulkau wurde von dem langjährigen Pfarrer des Marktes P. Ludwig Schütz (Pfarrer vom 20. April 1853 bis 21. April 1879) mit einem wahren Benediktinerfleiße abgefaßt. Dabei benützte er das alte Gedenk­buch, die im Pfarr Archiv und im Archiv des Schottenstiftes zu Wien vorhandenen, auf die Pfarre Pulkau bezüglichen Aktenstücke und sonstige Archivalien.
1805.

In diesem Jahre rettete sich der russische General Win­zingerode durch Zurücklassung des Bagration mit 6000 Mann, der jedoch nach tapferer Gegenwehr und nach bedeutendem Verluste sich mit der Hauptarmee Kuttusoffs vereinigen konnte. Das Gefecht fiel zwischen Guntersdorf und Hollabrunn vor auf der Znaimerstraße.

Von der französischen Armee entfernten sich drei Soldaten, Kavalleristen, und zwar Baiern, welche die umliegenden Gegenden brandschatzten. Um das Leopoldsfest kamen sie auch nach Pulkau und begehrten auf dem Rathause 3000 Fr. Brandsteuer, besonders so viele Dukaten als nur immer möglich. Der Syndikus Hitzel­berger begab sich zu dem Pfarrer P. Ulrich mit der Bitte, den Abgang an dem Geforderten aus seiner Kasse zu ergänzen, welchem Begehren dieser bereitwilligst willfahrte. Die Soldaten begaben sich mit dem Gelde nach Weitersfeld, bis sie endlich angehalten und ihrem Treiben ein Ende gemacht wurde.
1809.

Der Typhus, der bereits im vergangenen Jahre ausgebrochen war, nahm auf fürchterliche Weise überhand und zeigte sich so ansteckend, daß sich niemand mehr zum andern zu gehen getraute. Er war zuerst im Militlärspitale aufgetreten. Da dieses dem Bedürfnisse bald nicht mehr genügte, so wurde auch der Schüttkasten des Pfarrhofes und die Michaelskirche zum Spitale eingerichtet. Im Schüttkasten führte durch das letzte Fenster   rechter Hand   eine Treppe hinaus auf die Gasse. Die ver­storbenen Soldaten wurden alle auf dem sogenannten "unschul­digen Kinder Friedhof" begraben. Die Krankheit verbreitete sich auch bald im Markte selber, wo sie mit gleicher Heftigkeit wütete und mehrere angesehene Bürger wegraffte. Im Pfarrhofe starb der Pfarrhofbinder Josef Seidel; auch der Medizinaedoktor Kahlert war ein Opfer seines Berufes. Die Zahl der Verstorbenen, beträgt in diesem Jahre 160 vom Zivil und 42 vom Militär. Sonderbar ist, daß die verstorbenen Soldaten alle Nr. 100, Spital verstorben verzeichnet sind, während notorisch die meisten im Pfarrhofe und in der Kirche starben. Ein großes Unglück traf Pulkau in diesem Jahre durch feindliche Invasion. Nach der Schlacht bei Wagram zog sich Erzherzog Karl unter fortwährenden Kämpfen nach Znaim zurück. Bei Schöngrabern fiel, um die Franzosen aufzuhalten, ein scharfes Gefecht vor. In Pulkau vernahm man laut den Donner der Kanonen. Der Kooperator P. Bonifaz hielt den Segen während des Kampfes, um Gott um Wendung der Kriegsgräuel anzuflehen. Der Schlacht vor Znaim folgte ein Waffenstillstand, der zum Wiener Frieden führte. Der Bericht des Waffenstillstandes war aber in der Kanzlei zu Schrattenthal liegen geblieben. In Anbetracht des Vorganges vom Jahre 1805, wo Pulkau durch einige Marodeure war gebrandschatzt worden, war die Bürgerschaft übereingekommen, im Falle einer Invasion mit der Glocke ein Zeichen zu geben. Dies geschah auch, als man eines Tages während des Schnittes ungefähr 10 Kavalleristen, welche hier Quartier machen wollten, auf der Straße von Schrattenthal her reitend erblickte, worauf sich alles Volk auf den Plätzen versammelte. Die Soldaten, ihren Offizier an der Spitze, begaben sich auf das Rathaus, auf dessen Stiege der Syndikus stand. Einer der Soldaten war zurückgeblieben und untersuchte das Gewehr des Postens, der vor dem Spitale stand, und schoß es in die Luft ab. Diesen Schuß aber hielten die Pulkauer für ein Zeichen, daß sie sich verteidigen sollten. Sogleich wurde ein Kavallerist vom Pferde geschossen, ein zweiter niedergehauen, der Offizier aber konnte sich nur dadurch retten, daß er sich unter den Schutz des Syndikus begab. Die übrigen Soldaten entfernten sich schnell, um Verstärkung herbeizuholen, worauf sich die Bewohner aus Furcht vor den Folgen auf die Flucht begaben.


Indessen rückte ein Regiment zur Untersuchung der Sache heran, welches sich außerhalb Pulkau aufstellte. Der Syndikus Hitzelberger, der Protokollist Scherak und der Hauptmann des Spitales begaben sieh zum kommandierenden General und baten um Gnade und erläuterten die Umstände der geschehenen Tat. Indem es sich herausstellte, daß der Waffenstillstand in Pulkau unbekannt war, die Soldaten für Plünderer gehalten und aus Irrtum zur Gegenwehr gegriffen wurde, so erhielten die Pulkauer Gnade unter der Bedingung, daß der Markt eine Stunde hindurch fürchterlich geplündert wurde.

Das alte Gedenkbuch, aus dem vorstehender Bericht wörtlich in das neue aufgenommen ist, erzählt dann weiter: Jetzt fing das Unglück an. Am Platze kochten sich die Soldaten selbst, da fast alles entflohen war, was sie an Esswaren fanden; die Einwohner, welche hier blieben, wurden mißhandelt. Ferdinand Gollhofer, Bürger, der eben ein Lamm geschlachtet hatte, war mit Blut bedeckt. Diesen hielten sie für den Mörder ihrer Kameraden, schlugen ihn, banden ihn an den Schweif eines Pferdes und schleppten ihn durch die Straßen, worauf er starb. Sogar einen Toten stürzten sie um, um einen Gegenstand zum Raube zu finden.

Den andern Tag begab sich das Regiment hinweg und die Pulkauer kehrten in ihre verwüsteten Häuser zurück.
Die Not war umso größer, da die meisten Häuser von den Einwohnern verlassen waren, weshalb alles zertrümmert, viel Eigentum geplündert und verdorben, insbesonders viel Wein ausgelassen wurde. 13. Juli 1809. Am andern Tage, 14. Juli, verließ das Regiment Pulkau, welches jedoch längere Zeit französische Einquartierung erhielt. Der Pfarrer P. Ulrich Jakomir berechnete den von den Franzosen in seinem Hause angerichteten Schaden auf 1053 fl. (Fol. 122 n. 145.)

Aus dem Gedenkbuche der Pfarre Zellerndorf.

Das Pfarrgedenkbuch wurde 1835 von Dechant P. Carlmann angelegt.


Als im Jahre 1809 nach der Schlacht bei Wagram die Franzosen auch das Viertel unter dem Manhartsberge besetzten, wurde auch Zellerndorf durch Einquartierungen und Lieferungen jeder Art hart mitgenommen; die damalige Ortsherrschaft von Zellerndorf, Kameralherrschaft Retz richtete ihr besonderes Augenmerk auf den Pfarrhof in Zellerndorf, dazu kam noch, daß in diesem Jahre die Ernte kaum mittelmäßig war.

Im folgenden Jahre 1810 mußte das Kirchensilber einge­liefert werden. Laut Schein vom 13. April wurden eingeliefert: 5 Mark, 10 Loth, 1 Qutl., und zwar: von 2 Kelchen die Füße, von 1 Ciborium der Faß, 1 Rauchfaß samt Schiffel und 1 Christus; die dafür gegebene Entschädigung betrug 135 fl. 25 kr. Konventionsmünze.


Mitterretzbach.
Inwieweit Mitterretzbach von den Ereignissen der Jahre 1805 und 1809 berührt wurde, ist nur ganz kurz angeführt in einer kleinen, in Pergament gebundenen Lokalchronik, angefangen im Jahre 1671. Die Eintragungen stammen vom da­maligen Ortsrichter.

Anno 1798 Ende und 1799 im Jahresanfang sind allhier 24000 Mann zu Pferd und Fuß, russische Hilfstruppen durchmarschieret, den Kaiserlichen am Rhein und in Italien als Sukkurs zugeeilet, aber wenig Wirkung getan,   auch haben wir diese Völker zur großen Beschwärnuß durch ein Monat im Standes­quartier gehabt.


1805.

Anno 1805 sind die Franzosen den 11. November und den 13. dito hierher gekommen zum großen Schrecken der Landeseinwohner, die vielen Drangsalierungen, Unkosten, Lieferungen, Fuhren und Einquartierungen ausgesetzt waren bis 20. Dezember; gestattet hier der Raum nicht, dieses alles zu beschreiben.


1809.

Anno 1809 abermals kamen diese ungeladenen Gäste nach Wien, und nach einer ewig denkwürdigen Schlacht die volle zwey Tage gedauert, bey Aspern und Esslingen im Marchfelde, kamen sie über die Donau und am 11. July bey uns hier an, nemlich nach der Schlacht bey Znaim den 11. und 12. July. Bey dieser wie auch bey obiger Schlacht war Napoleon selbst gegenwärtig.

Es würde zu weitläufig seyn, was durch ihr Dasein bis gegen das Ende des Jahres für Schreck und Elend verbreitet wurde, Die Berechnung über die entstandenen Unkosten weiset eine Summa über 22000 Fr. Banko Zettel, welche Kosten die hiesigen Einwohner des Dorfes ganz getragen haben.
Unter Retzbach.
Aus Unter Retzbach liegen zwei Berichte über die Ereignisse der Jahre 1805 und 1809 vor. Der eine ist enthalten im sogenannten Protokollbuch vom Jahre 1675; die Eintragungen in dieses Buch machten wahrscheinlich einzelne des Schreibens kundige Richter oder auch der jeweilige Schulmeister. Der Anfang des Protokollbuches lautet:

Protocolbuech auff daß 1675 J: In dem Dorff Under Retzbach Anno 1675. Den 27. January ist durch die Ersamen H. Richter mit Wiesen Undt willen einer gantzen Ersamen gemain dieses prodocolbuech aufgericht wordten, solle bey Weßen einer gantz Ersammen gemain Verleßen werdten, wie hernach Volgente Puncten zu ermahnung seyn, und ein Jedweter sich darnach zurichten weiß. Ver Zaichnuß deren Richtern. Welche daß buech haben aufgerichtet wie Volget u. s. w.

Außer dem Protokollbuch vom Jahre 1675 besitzt die Gemeinde Unter­-Retzbach eine Gemeindechronik, die mit dem Jahre 1787 beginnt; begonnen wurde sie von dem Gemeindeherrn Tauner.

Bericht I. ist dem Protokollbuch, Il. der Gemeindechronik entnommen.


I.

1805.

Den 7ten , Oktober ist zwischen Österreich und Bayern ein Krieg ausgebrochen, bey welchem Krieg sich Österreich mit Rußland und Frankreich mit Bayern vereiniget hat. Bey diesem Krieg hat eine Armee Brünz Carl in Italien und die zweyte Armee bei Ulm der General Mack comandiret. Auch sind wiederum viele Tausend Russische Hülfstruppen durch das Österreich von Znaim nach Krems und nach Oberösterreich maschieret, welche der General Kutusov comandieret. Bey diesen Aufmarsch haben fast alle Bauern in ganze Lande Vorspann leisten müssen um nur geschwinder hinauszukommen und den Feind hingegen zustehen.

Da aber die Barthalia bein Ulm in Schwaben unsrerseits verspielt worden und 3000 gefangen genommen, so haben die Franzosen immer vorgetrungen und ist soweit gekommen, daß sie den 13ten November in Wien, den 17ten in Znaym und den 18ten in Brünn eingerucket sind.

Die Russische Armee hat sich von Krems bis Schöngrabern in einem Tag zurückgezogen und alda zwischen Hollabrunn und Schöngraben eine Barthalia gehabt, wobei viele Rußen und Franzosen geblieben sind. Von da sind sie bis Ollmitz zurückgezogen. Zwischen Brünn und Ollmitz hernach hat sich die große Schlacht bei Austerlitz in Beiseyn der 3 Kaisern, als Franz den IIten Kaiser von Osterreich, Alexander Kaiser von Rußland und Napoleon Kaiser der Franzosen angefangen den 2ten Dezember und hat 36 Stund lang gedauert wobei 25000 Mann Rußen und 25000 Franzosen geblieben sind auf dem Schlacht­feld. Die Franzosen aber den Platz behauptet und erhalten.

Die Residenz Stadt Wien haben die Franzosen 8 Wochen 2 Täg über gehabt den 10ten Jänner 1806 sind sie abgezogen.

Der Friedenschluß ist den 27ten Dezember 1805 zu Prespurg geschehen.

ln Österreich haben die Franzosen 18000 Stück Pferd genohmen.

Brandsteuer von ganzen Österreichischen Provinzen hat der französische Kaiser Napoleon für seine pleßirten Soldaten und Officier abgefordert sieben und dreißig Ein halb Million Gulden sage 37500000 fl. Die hiesige Gemeinde Unterrötzbach hat Anno 1805 bei Aufmaschierung der kaiserlich Rußischen Armee auf die Vor­spannen ausgeleget 3944 fl. 48 kr. und ist dieses Geld gemein­schaftlich von der Nachbarschaft zusammen gegeben worden.

Auch ist bei dieser Vorspann dem Johann Reibl Nr. 41 ein Pferd zu 250 fl. im Werth zugrund gegangen.

Dann eben ist dem damahligen Herrschaft Fladnitzer Richter Johann Georg Till Nr. 84 von dem Feind den Franzosen auf der Vorspann ein Pferd zu 300 fl. weggenohmen worden.

Der erste Auftritt ware hier Orts von den Feind den Franzosen den 17ten November 1805. Nachmittag an einem Sonn­tag; da kamen 3 Chasseurs in den Pfarrhof nahmen mit Gewalt den 3 Geistlichen Herren ihre Sackuhrn und 2 Pferd. Ein Pferd

haben sie wiederum um 135 fl. abgelöset. Den 18ten November darauf kamen 2 Comissair und 5 Hussaren die übernacht in Pfarrhof einquathiret sind, und den l9ten bei Abmaschierung von der Gemeinde 2000 fl. gefordert, durch vieles Bitten der Richtern aber nur abgereichet worden 300 fl. Da diese weg sind den 19ten kommen 4 Dragoner welche von der Gemeinde 5 Pferd verlangten anstatt dessen geben 250 fl. Den 20ten sind wiederum 4 Comissair angekommen begehrten 4 Pferd, anstatt dessen geben 320. Den 21ten 3 Dragoner requirirt 30 fl., für 4 paar Stifln und 6 paar Schuh, so hiesige Schuhmacher verfertigen mußten 50 fl. für 16 Hemden 48 fl. Den 22ten 450 Gavalerie samt Pferden bequathiret für 112 ½ Metzen Haber á 3 fl. 337 fl. 30 kr., Heu 45 Ztn, á 3 fl. 135 fl., für ermelte Mannschaft Kost und Trunk á 1 fl. 450 fl., dem hiesigen Schmid für Pferd beschlagen 36 fl. An fast täglichen Durchmärschen hat die Gemeinde in der Kriegszeit an Infanterie bequarthiret 780 Man für Trunk und Kost gerechnet á 24 kr. macht 312 fl. Einen hiesigen Mitnachbar Josef Hentschl Nr. 78 wurde von dem Feind ein Fuhrwagen weggenohmen so im Werth 50 fl. Die ganze Summa dieser ermelten Abgaben und Unkösten betragen 2338 fl. 30 kr.


II.

1805.

In diesem Jahr hat sich der Krieg mit Frankreich wieder angefangen und sind deßwegen die Truppen wieder ausmaschirt und zwar eine Armee nach Italien an die Etsch unter dem Comando Erzherzog Carl. und eine ins Reich bei Culm an die Donau unter dem Comando des Feld Marschal v. Mark.

Auch sind zu diesem Krieg die Russen das zweite mal als Hilfstruppen kommen und hier durchmaschirt damit aber dieser Marsch beschleunigt wurde, so mußten sie auf Wägen geführt werden daß sie schneller zu den keiserlichen kommen sollten weil die Reichs Armee ganz aufgerieben theils gefangen und die übrige ganz zersprengt war.

Bei Amstetten kamen die Russen mit der keiserlichen Armee zusammen es war zu spät man macht zwar bei Krems viele Schantzen aber umsonst den die Franzosen drangen mit ganzer Macht vor und zogen am 13. November in Wien ein.

Am 13. wurden die Franzosen ohne Wiederstand über die Donau gelassen und besetzten die Znaimer und Brünner Strasse und brachten die keiserlichen und Russen in große verwirrung.

Am 15. haben die Russen und die Franzosen bei Schön­grafern attaquirt wo viele Todte und verwundete von beiden Seiten geblieben sind. Bei Znaim haben die Russen die damals so schön gebaute Brücke über die Thaia abgebrannt und sind dan nach Brün und Olmütz maschirt wo sie mit den keiserlichen zusammen traffen. Brün wurde den Franzosen übergeben.

Bei Olmütz kam der Russische Keiser selbst mit 40000 frischer Truppen zur Hilfe und zu Ende November eine Hauptschlacht geliefert zwischen Brünn und Olmütz bei der Stadt Austerlitz welche drey Tage gedauert und sind von beiden Seiten 40000 Mann gefallen.

Nach dieser Schlacht ist Waffenstillstand gemacht worden und die Russen sind nach Haus maschirt. Kurtz darnach ist der Friede geschlossen worden bey welchen wir was noch vom deutschen Reich übrig war abgetretten haben alle Werbungsgerechtigkeit und was immer Namen hat.

Auch haben wir das Venezianische und das übrige Italien sammt Triest und Tirol abgetretten.

Unter dieser Zeit hat sich Napoleon Boneparte zum Keiser der Franzosen krönen lassen und nannte sich Napoleon 1, Keiser der Franzosen.


1806.

Zu Anfang dieses Jahres sind die Franzosen aus Mähren und Österreich maschirt. Den 2. Februar ist in allen Pfarrkirchen ein Tedeum Laudamus abgehalten worden zur Danksagung für den Frieden und um Abwendung fernerer Gefahr.


1807.

Dieses und das vergangene Jahr waren für Österreich ruhig, weil die Franzosen mit Preußen im Krieg waren mit dennen sie aber bald fertig waren den in kurzer Zeit waren sie Herr von allen Festungen und von ganz Preußen.


1808.

Im Monath April an einen Sontag zwischen .5 und 6 Uhr früh ist ein großer Knall und eine Erschütterung gehört worden, man hat diesen Knall überall gehört als wenn ein Pulverthurm in die Luft gegangen wär.

Zwischen den.Markt Stannern und der Stadt Iglau sind während eines fürchterlichen Gewitters Steiner von 1, 2 und mehreren Pfunden gefallen.

In diesen Jahr haben sich die Tiroler gegen ihre Herren die Bäuern denen es Napolion geschenkt, empört und zu einer Befreiung von Bäuern vorbereitet, um dieselbe leichter zu erwirken wendeten sich die Anführer nämlich Andreas Hofer und P. Joachim Haspinger (Kapuziner) an Österreich und fanden auch Unterstützung den auch in Österreich fieng man zum Rüsten an, man errichtete ein neues Corps, man nannte es Landwehr Corps sie hatten braune Muntour die Aufschläge sind nach den Cantons Regementern bestimmt, sie tragen schwarze halbaufgestülpte Hüte und schwarzes Riemenzeug.

Zu dieser Landwähr sind meistens verheurathete Männer und die einzigen Söhne von den Heusern genommen worden. Die Weiber der Landwährmänner mußten von den Gemeinden unterstützt werden so lang die Männer abwesend sind.
1809.

In diesen Jahr hat Österreich wieder den Krieg mit Frank­reich und Bäuern angefangen.

Am 9. Aprill ist der Österreichische Feldherr Casteller in Tirol eingerückt und vom 8. zum 9. in der Nacht sind an allen Bergspitzen Tirols Wachfeuer angezündet worden zum alge­meinen Angrif gegen die Bäuern und die Tiroler und die Salzburger unter der Anführung des Anton Walner genannt Eich­berger haben die Bäuern mit den Franzosen unter den Coman­danten Wrede und Lefebre dreimal aus Tirol getrieben.

Die Osterreichische Haupt Armee unter dem Comando Erz­herzog Carl stand bei Regensburg in Bäuern es kam dort zu einer 5tägigen Schlacht die für die Österreicher verloren gieng und die Österreichische Armee wurde getheilt. Die große gieng über die Donau ins Böhmen unter dem Comando Erzherzog Carl. Die Franzosen verfolgten die kleine Armee unter dem Comando des General Hiller gegen Wien und kamen den 16. Mai dort mit großer Macht an und in wenigen Stunden wurde die Stadt sammt den Vorstädten übergeben.

Unterdessen haben sich die Österreicher wieder gesammelt und sich bei Aspern im Marchfelde aufgestellt. Am 21. und 22. Mai wollten die Franzosen bei Stadt Enzersdorf über die Donau brechen, aber die keiserlichen haben sie wieder zurück­geschlagen. Der Erzherzog ließ um den Franzosen den Rückzug zu erschweren brennende Schiffe die Donau hinunterschwimmen und durch diese die Schiffbrücke anzünden. Es sind bei dieser Schlacht sehr viele Todte von beiden seiten geblieben. Diese heißt die Schlacht bei Aspern.

Nach dieser Schlacht ist fast ganz Österreich lauter Spital gewesen. In Retz sind 5 Spitäler errichtet worden wo wir haben hin steuern müssen.

Von dieser Zeit haben sich die Franzosen täglich verstärket und sind den 5. Juli wieder über die Donau gesetzt und ist den 5. und 6. Juli eine große Schlacht geliefert worden und die Franzosen sind Herren des Platzes geblieben und diese Schlacht heißt die Schlacht bei Markgraf Neusiedl.

Die keiserlichen sind hierauf gegen Znaim Retteriert und die Franzosen. sind ihnen am Fuß gefolgt und haben immer attaquirt bei Stockerau bei Hollabrunn. Den 10. Und 11. Juli wurde die Schlacht bei Znaim geliefert, sie datierte zwei volle Tage. Den 2ten Tag wurde das Feuer eingestellt und ist Waffen­stillstand gemacht worden. Die Franzosen machten ihr Lager bei Budtwitz mit dem andern Flügel bis Brünn. Die keiserlichen bey Schelletau mit dem andern Flügel bis Olmütz, bey Wien ist auch ein sehr großes Lager gewesen. Die Cavallerie der Franzosen hat sich in Osterreich ein­quattiert bis zum Frieden. Auch hier sind Cirassier und Dragoner gelegen. Das Land hat nach die Millionen Unkösten gehabt. Die Cavallerie haben wir mit Speis und Trank versehen müssen und die Pferde mit Haber und Heu. Ins Lager haben wir auch alles liefern müssen, Hafer, Heu, Weitzen, Mehl, Wein, Stroh, Holz, Bretter und verschiedenes in Menge. Die Manschaft haben wir Montiren müssen aufs bequemste, wie sie es verlangt haben. Wir haben auch den Franzosen viel Geld geben müssen, Pferd und Ochsen liefern so daß die Un­kösten der hiesigen Gemeinde auf 70000 fl. sage siebenzig tausend Gulden erstreckt haben. Der Metzen Hafer kostet 8 fl. und der Centner Heu kostet auch 8 9 fl.

Unbeschreiblich ist es, was in diesem Krieg alles gelitten und zu Grunde gegangen ist, Verherrung und zerstörung vieler Dörfer, Flecken und Städte und Plünderungen durch die herum­ ziehenden Franzosen, das manche Familien bis am Bettelstab kommen sind.

Den 16. Juli sind 3 französische Cavalleristen und 8 Musch­kedier kommen und haben in den Pfarrhof Geld haben wollen.

Der Herr Pfarrer P. Malachius und Vikär P. Perthold waren nicht mehr hier, und den Vikär P. Marian haben sie furcht­bar traktiert sie haben ihn umrungen und einer von ihnen hat ihn mit den Gewehrkolben geschlagen bis einer von den Zuschauern denen der Priester erbarmt hat unter die Franzosen hineingetretten ist und der Priester war frei. Die Franzosen sind auch auseinander gegangen, bis auf den einen, dieser blieb neben den Man stehen. Dieser hieß Joh. Stiebock war groß und sehr stark unterdessen ist ein Cavallerist mit einem brennenden Scheit vom Pfarrhof herauskommen und hat des Michael Schneider Nr. 137 seine Scheuer anzünden wollen und auf dieses sind die Leut auseinander geloffen, der eine Franzose hat dann sein Gewehr geladen, der Man aber ist herauf gegangen bis zu des Anton Kleibl Nr. 4 seines Vetters Haus und hat dort hinein wollen denselben Augenblick wie zum Thor hingetretten ist hat der Franzose auf ihn geschossen hat aber nicht Ihm sondern den Georg Wagner Nr. 7 in die Brust und dessen Bruder Andre Nr. 4 in den linken Arm geschossen der Georg Wagner hat sterben müssen.

Der P. Marian ist nach Mitterretzbach gegangen dort waren noch keiserliche Husaren und sind 20 Mann herunter komen die französischen Cavalleristen ergriffen die Flucht und haben die Mußquetier stecken lassen.

Als die Husaren im Dorf herunterritten so schoß beim Haus Nr. 18 ein Franzose einen Husaren in die Rechte Hand und in den Hals wie er den Säbel bedeckt hielt, er fiel gleich vom Pferd und wurde im Friedhof begraben. Derjenige Franzose aber ist in den Brunnen gesprungen der vorm Pfarrhof an der Gasse ist wurde aber von den Leuten heraufgeschöpft und weil im ein Husar einen Säbelhieb ins Gesicht versetzt hat ist der Kinnbacken heruntergehenkt, und wie er übers Brunnschloß heraus war ist er von einem Bauer Namens Jakob Burger mit einen Hackl todgeschlagen worden. Es ist noch ein Franzose vor dem Pfarrhof zusamen­gehauen worden und sind beide neben der Friedhofmauer be­graben.

Zwei Franzosen sind von den Husaren auf der Braite hinter dem Pfarrhof Stadl zusameiagehaut worden und sind dort begraben. Und einer ist herober der großen Gasse zerhaut und wurde im Pfarrhof Halbleher außer des Mathias Knabl seinen Häusl begraben. Die übrigen sind von den Husaren gefangen genommen worden und die habens nach Fladnitz mitgenommen.

Die Franzosen sind bis Ende des Jahres in Osterreich und Mähren gelegen bis die Kriegskosten bezahlt waren. Mähren allein hat müssen 40 Millionen bezahlen.

Bei diesen Frieden hat der Keiser das Inviertl in Ober­östereich an Bäuen welche Tirol auch wieder mit Hilfe von 30000 Man Franzosen gedämpft haben obwohl die Tiroler die Bäuern sammt den Franzosen dreimahl aus dem Lande getrieben haben so ist es den letzteren gelungen den Hauptanführer Andreas Hofer zu fangen und haben ihn zu Mantua in Italien erschossen. mehrere Unteranführer haben sich nach Österreich geflüchtet besonders Josef Speckbacher, Joachim Haspinger ein Kapuziner der erste nach Hofer in Tirol. Dan Anton Wallner genannt Eichberger Wirth von Windisch Matreu im Salzburger Hochlande Hauptanführer der Salzburger und die dritte Person welche den Aufstand bewirkt haben. er war Ursache und hat die Ewige vereinigung der Salzburger Hoch Lande mit Tirol zu stande gebracht welche den 3. Oktober unterfertigt wurde.

Salzburg, dann Dalmatien was über den Fluß Save ist, dann Kärnten bis nach Villach.

Dan hat Napolion ferner verlangt das ihm Kaiser Franz I. seine Tochter Ludovika zur Frau geben muß welches der Papst nicht zulassen wollte weil Napolion ohnehin eine Frau hatte, deswegen Pius VII. wieder in Gefangenschaft kam,

Während diesen Krieg haben uns auch die Russen großen Schaden zugefügt weil sie in Galizien und Lodomierien einge­fallen sind. Der Keiser hat auch dort eine Armee hinstellen müssen wir haben auch viele Leut verloren und die Russen uns 14 Kreisämter in Lodomirien weggenommen.

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