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Herausragender Fund in der Grube Messel: Eine neue Großkopfechse in der Sammlung des hlmd


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Herausragender Fund in der Grube Messel:

Eine neue Großkopfechse in der Sammlung des HLMD


Presseinformation, Darmstadt, 21. November 2013


Das Hessische Landesmuseum Darmstadt besitzt eine der ältesten und weltweit bedeutendsten Messel Sammlungen. Diese umfasst, neben weltberühmten Funden, wie z.B. dem „Ameisenbären“ Eurotamandua joresi, dem „Urtapir“ Hyrachyus minimus, und etlichen Exemplaren der bekannten „Urpferdchen“, auch historisch wichtiges Material aus der heutzutage für Grabungen nicht mehr zugänglichen Grube Prinz von Hessen. Seit 1966 werden planmäßige Grabungen im UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal durchgeführt, bei denen auch heute noch bedeutende Funde zu Tage kommen können.
So wurde bei der letztjährigen Grabungskampagne eine hervorragend erhaltene Großkopfechse entdeckt. Derartige Funde sind noch seltener als die berühmten „Urvögel“ (Archaeopteryx). Während man von diesen inzwischen bereits etwa zehn Exemplare kennt, gab es von den Großkopfechsen bislang gerade einmal sieben.
Der Neufund hat eine Kopf-Schwanzlänge von stattlichen 91,39 cm und ist bis auf die Schwanzspitze und die Finger der rechten Vorderextremität vollständig. Die Erhaltung ist hervorragend, sogar der Hautschatten und kleinere Reste des „Mageninhalts“ sind an manchen Stellen zu sehen. Neben dem Holotyp dürfte es sich um das beste Exemplar dieser Art handeln.
Die Großkopfechsen sind bislang nur aus der Grube Messel bekannt. Der Gattungsname bezieht sich auf das auffällig skulpturierte Schädeldach (Ornatocephalus bedeutet in etwa „verzierter Kopf“), der Artname (O. metzleri) ehrt einen Donatoren. Sie gehören zur Überfamilie Scincoidea, in die sowohl die echten Skinke (Familie Scincidae) als auch die Gürtelechsen (Familie Cordylidae), Schildechsen (Familie Gerrhosauridae) und die Nachtechsen (Familie Xanthusiidae) gestellt werden. Unter den heutigen Formen kann man die Großkopfechsen noch am ehesten mit dem Smaragdwaran (Varanus prasinus) oder dem Schwarzen Baumwaran (Varanus beccarii) vergleichen. Der lange Greifschwanz in Kombination mit den stark gekrümmten Krallen an den Vorder- und Hinterextremitäten spricht für eine baumgebundene Lebensweise. Der stark gepanzerte Schädel war wahrscheinlich relativ unbeweglich, so dass die Tiere wohl keine flinken und effektiven Jäger waren, sondern sich eher von Pflanzen und Insekten ernährt haben dürften. Dies stimmt mit den bislang nachgewiesenen Inhalten des Magen-Darm -Traktes überein.

Der jetzt vorgestellte Fund wurde am 07. August 2012 von Phillip Müller, einem unserer damaligen Grabungspraktikanten, entdeckt (Fundbuch Nr. 2012-5-129, Planquadrat I 8, 58 cm unter dem Leithorizont ).


Die Präparation war vor allem deshalb schwierig, weil der Kopf- und ein Teil des Brustbereiches noch vollständig vom Ölschiefer bedeckt waren und in einer sehr dünnen Ölschieferplatte lagen. Diese musste sorgsam angepasst und stabilisiert werden, bevor mit dem Freilegen begonnen werden konnte.
Diese Mühen sieht man dem Exemplar heute nicht mehr an. Nachdem die Fehlstellen sorgsam retuschiert wurden, präsentiert sich die Großkopfechse als ein nicht nur wissenschaftlich überaus wichtiges, sondern auch in ästhetischer Hinsicht äußerst beeindruckendes Exponat.


Bildunterschriften:

Großkopfechse, Ornatocephalus metzleri. Original Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Inventar-Nr., HLMD-Me 18000. Übersicht

Foto: Wolfgang Fuhrmannek, HLMD


Literatur

WEBER, S. (2004): Ornatocephalus metzleri gen.et spec. nov. (Lacertilia, Scincoidea) – Taxonomy and palaeobiology of a basal scincoid lizard from the Messel-Formation (Middle Eocene: basal Lutetian, Geiseltalium), Germany. – Abh. Senckenberg. Ges. Naturforsch. Ges., 1-159; Frankfurt a.M.




Pressekontakt: Fachfragen bitte an:

Yvonne Mielatz Dr. Norbert Micklich

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kustos Naturgeschichte

Tel.: +49 (6151) 16-5793 Tel.: +49 (6151) 16-5742

E-Mail: yvonne.mielatz@hlmd.de E-Mail: norbert.micklich@hlmd.de

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Friedensplatz 1

64283 Darmstadt





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