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Das Gottesverständnis von Hans Küng mit neuen Perspektiven 1 Das Gottesbild von Küng 5 Gottesglaube und Naturwissenschaft 23


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nInhaltsverzeichnis

Das Gottesverständnis von Hans Küng - mit neuen Perspektiven 1

Das Gottesbild von Küng 5

Gottesglaube und Naturwissenschaft 23

Gottesbiid und Spiritualität 28

Gottesbild und Ethos 32

Lebensvisionen, Hoffnungen 36

Bewertungen 37



Das Gottesverständnis von Hans Küng - mit neuen Perspektiven


Nach der Prüfung der beträchtlich von traditionellen Gottesvorstellungen abweichenden „non-theistischen Theologie“ von Matthias Kroeger (www.........) hat sich der theologische Arbeitskreis beim Landesverband Pfalz-Saar nun dem Gottesverständnis von Hans Küng zugewendet, das dieser in zwei Büchern vorgelegt hat: „Der Anfang aller Dinge. Naturwissenschaft und Religion“ und “Was ich glaube“ (2006 und 2009 beide im Piper-Verlag München erschienen. ). Angesichts der Vielzahl und Vielfalt neuer Glaubensformen und dem Zusammentreffen unterschiedlicher Religionen in unserer Gesellschaft will der Arbeitskreis zur Meinungsbildung und Verständigung über den Stellenwert und die Brauchbarkeit einiger ausgewählter religiöser und theologischer Ansätze, hauptsächlich zum Gottesverständnis, beitragen.

Nachfolgend werden zunächst einige Ausführungen Küngs zu seinem Gottesverständnis aufgenommen (soweit Seitenzahlen angegeben werden beziehen sich die mit A und einer Zahl bezeichneten auf „Der Anfang aller Dinge“, die mit einem G versehenen auf „Was ich glaube“; die Berücksichti­gung von zwei Büchern bedeutet einen zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand). Sie sind in fast allen Kapiteln der beiden Bücher verstreut und bei weitem nicht alle erfasst. Aber das entspricht Küngs Gottesverständnis, nach dem Gott sich in vielen Formen und Weisen zeigt. Der Name Gott ist nun mal kein kompakter Container, in dem schon alles Wesentliche zusammengefasst ist.

Unser besonderes Interesse richtet sich auf die Darstellung von Beziehungen zwischen naturwissenschaftlichen und religiösen Aussagen.

Eine zusammenfassende und detaillierte kritische Bewertung steht am Ende dieser Übersicht. Danach folgt eine rezensionsartige Kritik der beiden Bücher mit Hinweisen auf Möglichkeiten der Verwendung dieser Untersuchungsergebnisse, die zu einer breiteren Weiterführung der Diskussion anregen wollen.


1.1Was ist neu an Küngs Gottesbild?


Die Frage könnte auch lauten: „Was ist anders bei Küng?“ – etwa im Vergleich zum traditionellen (katholischen /evangelischen/ philosophischen) Gottes- und Glaubensverständnis? Was ist anders im Vergleich zu seinen zahlreichen früheren Veröffentlichungen (z.B. „Christ sein“ 19974 und „Existiert Gott?“ 1978)?

Im Laufe seines langen Lebens hat sich seine Glaubensauffassung geklärt und geweitet. Er habe nie etwas anderes gesagt, geschrieben, verkündet, als was er glaubt. In seinem neuen Buch „Was ich glaube“ verleugnet er nichts von dem, was er in einem früheren Buch über das Christentum oder in „Credo“ geschrieben hat. (G12).

Als „neu“ können kritischen Lesern folgende Perspektiven erscheinen (die in den beiden Büchern mehr oder weniger ausdrücklich zu finden sind):


  • Er stellt seinen Glauben durchgehend und vorwiegend aus biografischer Sicht dar. Jeder Mensch hat das Recht und die Verantwortung, selbst über seine Grundauffassung zu entscheiden: „Im Übrigen ist die Beantwortung der Grundfragen des Menschen eine Angelegenheit der persönlichen Grundeinstellung.“ (G138) Der biografische Ansatz erschwert die Prüfung von Küngs Text und die kritische Auseinandersetzung im Unterschied zu thematisch-sachlich gestalteten Ausführungen zum Gotttesverständnis.

  • Küng verstärkt – nicht nur durch den Buchtitel „Was ich glaube“ – den Trend zur Individualisierung des Glaubens, auch wenn er deutlich und überzeugt die Bedeutung der Gemeinschaft für Religion betont. Seine Offenheit für andere Glaubensvorstellungen als die eigenen christlichen oder konfessionellen ermöglicht und toleriert ein Nebeneinander und Miteinander verschiedener religiöser Orientierungen.

Er fragt ausführlich und ausdrücklich nach dem Verhältnis des christlichen Glaubens zu den Naturwissenschaften und behandelt sachkundig zahlreiche damit zusammenhängende Fragen und Erkenntnisse. Auf seine Weise vermeidet er Konkurrenz und Gegensätze zwischen christlichem Glauben und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, auch wenn für ihn als glaubenden Christen die anderen nur mit Vorbehalt wahre Religionen sind.“ (G232)

  • Er sieht den christlichen Glauben in Verbindung mit aufgeklärter Rationalität und Philosophie.

  • Sein Verständnis des Glaubens ist offen für andere Religionen und deren religiöse Modelle.

  • Auch daraus und im Zusammenhang mit seinem globalen Verständnis von Ethos und von Grundaussagen säkularer ethischer Werte ergibt sich das von ihm maßgeblich entwickelte und vertretene Projekt „Weltethos“ - das keinen ausdrücklichen Gottesbezug enthält. Das Buch hat einen ethischen Schwerpunkt, also steht das Gottesverständnis nicht im Mittelpunkt.

Auf sein Gottesverständnis (zwar nicht direkt, aber doch) schließen lassen seine Ausführungen zur praktischen Lebensgestaltung, etwa in den Bereichen Lebenskunst, Lebensvisionen, Ethos.

Sein Gottesverständnis ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er manche früher sehr wichtige Glaubensinhalte bzw. -themen (wie Sünde, Eucharistie, ..... ) nicht thematisiert oder konkretisiert .


1.2Grundlegende Überzeugungen und Haltungen


Zunächst geht es Küng um die Frage nach den Grundüberzeugungen und Grundhaltungen, die ihm im Leben wichtig waren und sind und von denen er hofft, dass sie auch anderen helfen können, sich im Leben zurechtzufinden, also um eine Hilfe zur Lebensorientierung.

Küng beginnt sein Buch – ohne (oder nur am Rand an einigen Stellen als Einschränkung) von Gott zu sprechen, mit der Schilderung seiner Lebenseinstellung als Lebensvertrauen, Lebensfreude, Lebensglück, erfreuliches Zusammenleben, Freude an der Natur und Wertschätzung der Tiere (ohne Naturmystik oder Pantheismus, aber Verständnis für kosmische Religiosität – eines Albert Einsteins, „der kein menschenartiger Gottesbegriff entspricht“, G59,), Lebensfreude bis ans Ende, trotz des Todesbewußtseins

Sein Zentralbegriff und Verstehensausgangs- und Mittelpunkt der Betrachtung ist das Leben.

Das Unternehmen vergleicht er (durchgehend) mit einer spannenden geistigen Bergtour, und behandelt es in zehn Kapiteln zu Lebens-vertrauen,  freude, -weg, -sinn, -grund, -macht, -modell, -leid, -kunst und –vision.

Anfangs war seine Frage nicht die nach der Religion sondern die Frage nach dem Leben überhaupt. Die Frage: Wer bin ich, wer will ich sein?

Sein persönlicher Ausgangspunkt (schon während seiner Studienjahre in Rom) ist das Grundvertrauen, das er noch nicht auf Gott bezieht. Glauben versteht er nicht kirchlich verengt oder intellektualistisch verkopft. Sein Glaube umfasst wesentlich mehr als ein Glaubensbekenntnis im traditionellen Sinn.

Bei seiner Frage nach einem Grundverständnis ging es ihm nicht um Glauben im traditionell katholischen Sinn des intellektuellen Annehmens übernatürlicher Glaubenswahrheiten meist in Form von Dogmen. (G30). Allerdings auch nicht um einen Glauben im evangelischen Sinn des rechtfertigenden Annehmens von Gottes Gnade in Christus. Es ging um die Frage, die sich allen Menschen stellt: Wie kann ich einen festen Standpunkt gewinnen? Wie mein eigenes Selbst mit seinen Schattenseiten annehmen? In dieser elementaren Lebensfrage wird mir ein Wagnis zugemutet: des Vertrauens.1

Kann man dies Grundvertrauen vielleicht schon Glauben nennen? Man kann, antwortet Küng. Aber man sollte es nicht; sondern unterscheiden zwischen Grundvertrauen und Glauben im Sinne eines religiösen Glaubens oder Gottesglaubens. (G35).

Küngs christlicher Glaube gründet aber letztlich doch auf Vertrauen in den „mit dem Menschen solidarischen Gott“ (G254). Es lässt sich im Vollzug und Gebrauch der Vernunft und im Sich-Öffnen gegenüber der Wirklichkeit erfahren, es ist nicht irrational.

Küng unterscheidet 3 Arten von Menschen:



  1. die ihr Lebensvertrauen aus einem religiösen Glauben beziehen .

  2. Menschen, die sich als gläubig bezeichnen, jedoch kein Vertrauen zum Leben, zu den Menschen, zu sich selbst haben. (G36)

  3. Menschen, die ein Lebensvertrauen haben, ohne gleichzeitig einen religiösen Glauben zu besitzen, können ihr Leben genauso gut oder manchmal sogar besser bestehen als bestimmte Gläubige. Sie schöpfen ihr Grundvertrauen aus menschlichen Beziehungen, aus produktiver Arbeit, aus wissenschaftlicher oder politischer Arbeit, aus einem humanen Ethos.

So können aus ihrem Grundvertrauen heraus Atheisten oder Agnostiker ein echt menschliches, also humanes und in diesem Sinn moralisches Leben führen. Aus dem Atheismus folgt nicht notwendig ein Nihilismus. Schon seit Erscheinen von „Existiert Gott“ vor 30 Jahren war für ihn Grundvertrauen Basis von Ethik und Wissenschaft.

Aber es gilt die Einschränkung: nicht Vertrauen in alles! Und: Lebensklugheit soll dazu helfen, sein „Vertrauen nicht wegzuwerfen“.


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